Kneipp und Yoga

Link zum Thema “Dick und Gesund?”

Als junger Mann war Sebastian Kneipp schwer erkrankt: Er litt an schweren Lungenkrankheit und hustete Blut. Ohne die damals nicht zur Verfügung stehenden Antibiotika war die Krankheit nur schwer heilbar. Kneipp versuchte es mit vielen täglichen Sprüngen in die kalte Donau. Durch Kälteschocks wollte er seinen Körper zueiner Gegenreaktion zwingen. Er entwickelte „Tapas“, könnte man sagen: Darunter versteht man im Yoga Hitze oder Energie. Er forderte seinen geschwächten Körper in geschickter Weise und es gelang ihm, neue Lebensenergie zu entwickeln. Sebastian Kneipp war jedenfalls der Meinung, dadurch die Krankheit überwunden zu haben. Das war wohl gleichzeitig der Ursprung seiner berühmten „Wasserkuren“. (Dies ist keine Anleitung für Selbstversuche oder Eigentherapie. Bitte konsultieren Sie einen Arzt oder anderweitig tätigen Therapeuten, wenn Sie erkrankt sind oder therapeutische Hilfe suchen!).

Kneipp wandte jedenfalls ein durchaus altes heilkundliches Prinzip an: mit milden Reizen die Lebenskräfte anregen. Bekannt ist das Prinzip auch als sogenannte Arndt-Schulz-Regel:  Schwache Reize fachen die Lebenstätigkeit an, mittelstarke Reize fördern sie, starke hemmen sie, stärkste heben sie auf.

Dieses Prinzip findet man auch  in der Homöopathie und im Yoga. Yoga setzt z.B. Schwierigkeiten, als Übung, um in angemessener Weise damit umzugehen. Wir nehmen besondere Haltungen ein, um dadurch den Atemstrom zu lenken und die Atemachtsamkeit zu vertiefen. Der Atem soll helfen, mit Schwierigkeiten und Anstrengungen umzugehen. Die alten Yogins gingen davon aus, dass man sich dadurch Lebensenergie erarbeiten kann. Das war jedenfalls ihre Theorie.

„Untätigkeit schwächt, Übung stärkt, Überlastung schadet“ formulierte einmal  Sebastian Kneipp. Nicht jeder wird deshalb Yoga üben wollen. Yoga ist eine von vielen Übungsformen und Möglichkeiten. Wir können, wenn wir wollen, mehr im eigenen Kulturkreis bleiben oder uns bei östlichen Methoden umschauen.

Yoga legt dann aber den Schwerpunkt mehr auf die innere, die meditative Entwicklung. Jeder Mensch wird wohl in seinem Leben die Erfahrung machen, dass mit zunehmendem Alter die Grenzen der körperlichen Fitness ausgereizt sind. Aber die Yogins sagen: Die Steigerung von Konzentration und Meditation, die ist dadurch nicht begrenzt. Das lässt sich weiter üben. Aber auch hier haben wir neben Yoga viele Möglichkeiten.

Für die meisten Menschen und aus Yogasicht durchaus in Übereinstimmung mit dem Lebensplan wird die innere Entwicklung eine zunehmende Rolle spielen. So ist aus Yogasicht der Mensch: Wir wollen uns immer weiter entwickeln, aber die Blickrichtung wechselt mit der Zeit mehr und mehr nach innen. Genau dort aber gibt es für den westlichen Menschen auch noch viel Neues zu entdecken.