Sonnenaufgang am Kultstein in Finale Ligure – Darshana

Ein Erlebnis der besonderen Art erwartete uns beim Besuch eines prähistorischen Kultplatzes in Norditalien nahe Finale Ligure. Lorenzo Carlini, der Hotelbesitzer des Hotels Florenz und Gastgeber der Yogawoche 2017 (nebenbei auch Ökobauer), hatte uns dorthin geführt und davon berichtet, wie man durch den Durchstich in einem Kultstein dort zur Tag- und Nachtgleiche am 21. März und am 21. September den Sonnenaufgang am gegenüberliegenden Horizont beobachten kann. Die Erschaffer dieser nicht sehr großen, aber doch beeindruckenden Kultstätte haben vor etwa 2500 Jahren mit dieser Anlage Ihr Wissen dokumentiert und der Nachwelt hinterlassen.Kultstein Finale Ligure

Sonnenaufgang und Darshana

Auch für uns, die wir heute technisch sehr viel aufwendigere Sternwarten kennen, ist es eine staunenswerte Erfahrung, wenn wir in freier Natur einem solchem Zeugnis uralten Wissens begegnen. Trotzdem sei die Frage erlaubt, inwieweit wir bei solch einer touristischen Veranstaltung heute noch die Mitnahmekraft einer solchen Kultstätte spüren können und in einem existenziellen, auch spirituellen Sinn berührt werden.

Für die Zeitgenossen der Erschaffer des Kultsteins, so darf man spekulieren, war der Sonnenaufgang am 21. März sicher Teil einer größeren jahreszeitlichen Ordnung. Und die jahreszeitliche Ordnung war wiederum Teil einer starken Ordnung und Weltbetrachtung von äußerer Natur, innerer Natur und spirituellem Erleben sowie der Wahrnehmung entsprechender Wechselwirkungen. (Im Yoga heißt so eine Mitnahmekraft entfaltende Weltbetrachtung Darshana).

Surya bhedana als Beispiel

Ähnlich ist es vielleicht mit dem Yoga und den Yogaübungen, den Asanas. Nehmen wir surya bhedana als Beispiel. Wir stellen die Hände körbchenförmig auf die Bauchdecke unterhalb der Rippenbögen und lenken beim Ausatmen imaginativ Kraft durch die Arme in die Mitte, das Sonnengeflecht (Solar plexus). Das könnte eine bestimmte, begrenzte körperliche, vielleicht auch geistige Wirkung entfalten. Ohne die Einbettung in einen übergeordneten Zusammenhang von innerer Natur, äußerem Erleben und Wechselwirkung mit allen existenziellen inneren und äußeren Erlebnisebenen des Menschseins bliebe die Übung wie jede andere Asana nicht viel mehr als eine touristische Attraktion. Wir nehmen sie wahr und staunen ein wenig. Aber sonst geschieht nicht viel mit uns, jedenfalls nichts jenseits unseres bisherigen Erlebnishorizontes.

Für unseren Anspruch, den Urgrund, die Anbindung an das Wesentliche in uns zu erleben, wie es dem Anspruch des Yoga entspricht, ist das zu wenig. Dazu muss die Übung in eine übende Ordnung eingebunden sein, die verbunden mit der regelmäßigen Ausführung die drei existenziellen Ebenen von Körper, Prana (Lebenskraft) und Citta (Denkorgan) rhythmisieren und ordnen kann.

Für Lorenzo Carlini, so schien es mir, war dieser Kultplatz Teil einer wunderbaren Landschaft, vor allem aber auch ein magischer Ort, der ihn zum Wesentlichen seiner Lebensphilosophie und seines Umgangs mit der Natur hinführt.

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Dharana – Konzentration – Grenzerfahrung – Grenzüberschreitung

Dharana ist eine der Meditationsstufen des Ashtanga-Yoga. Rudolf Fuchs übersetzt Dharana mit Konzentration. Schon mit der Meditationsstufe davor – pratyahara – löst sich der Meditierende aus jeglicher Alltagsverbundenheit heraus. Seine Sinnes- und Tatorgane ziehen sich vollständig aus der Wahrnehmung von Körper, emotionalem Empfinden und gedanklicher Beschäftigung zurück. Die Grenzen der menschlichen, körperbasierten Wahrnehmung sind damit erreicht.Dharana und Grenzüberschreitung

Mit Dharana werden diese Grenzen verschoben und zeitweise weit überschritten. In den 80er Jahren durfte ich mehrmals auf der Königsstraße in Stutgart einer Vorführung eines deutschstämmigen Fakirs beiwohnen. Zwei Meter von mir entfernt durchstach der Fakir Gaumenboden und Zunge in tiefer Trance, ohne dass irgendeine Verletzung oder Narbe zurückblieb. Es waren Demonstrationen von Fähigkeiten, die nur aus der Kenntnis von Dharana heraus erklärbar werden. Wer sich Beispiele einer solchen Grenzüberschreitung anschauen möchte, folge dem untem angeführten Link. Er führt zu einer Produktion aus der Sendereihe Terra X über indische Fakire und Heilige.

Das Mysterium des Shiva

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Bhunamasana – Erde innen und außen

Bhunamasana – die Haltung zur Erde – ist eine sehr bekannte und viel geübte Asana. Man kann sie auch als klassisch bezeichnen. Weniger (deshalb), weil sie vielleicht schon lange geübt wird. Eher deshalb, weil sie angeblich in der menschlichen Natur ganz unabhängig vom Yoga als Grundmuster zur Erschließung der Erdenergie in uns angelegt sei. Ob diese Haltung daher erst seit 700 Jahren geübt wird oder seit 5000 Jahren, spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Bhunamasana ist im Menschen angelegt als mögliche Übung, so wie jeder Mensch im Grunde schwimmen, schreiben oder lesen lernen kann.

bhunamasana - 2Dass wir die eine oder andere der Grundfertigkeiten besser beherrschen, spielt dabei keine Rolle. Das bleibt aus Yogasicht immer offen für  weitere Entwicklungen.

Geübt wird Bhunamasana sicher oft auch wegen der ihr nachgesagten gymnastischen und physiologischen Wirkung. Aus Yogasicht kann das nur eine sehr vordergründige Motivation sein, die nicht in die Tiefe führt. Eigentlich geht es in der Übung darum, die Energie Erde in sich zu entdecken.

Bhu – Erde, Welt, Basis, Grundlage

Bhu, bei W. Huchzermeyer im Yogalexikon mit „Erde, Welt, Basis oder Grundlage“ übersetzt, ist für den Yogin in erster Linie eine innere existenzielle Realität, die  als entsprechende Energie erlebt werden könne. Erst in zweiter Linie wäre Erde eine äußere materielle, sinnlich wahrnehmbare Erscheinung. Bhunamasana ist die Haltung, sich ganz auf Bhu einzulassen und vor allem auch über das unterste Cakra, muladhara, wahrzunehmen. Muladhara befände sich etwas unterhalb des tiefsten Punkts der Wirbelsäule, also schon außerhalb des grobstofflichen Körpers. In Muladhara sahen die alten Inder die angestammte Heimat von Ruhe, Geduld, Ausdauer und Beharrlichkeit. Das Muladhara-Cakra hätte die Unerschütterlichkeit eines gewaltigen Berges.

Meditative Ausrichtung

Gymnastische und turnerische Beweglichkeit sind weniger Wegbereiter des Erlebnisses „bhu“, sie sind mehr eine Folge der Wendung nach innen. Der Ansatz in Bhunamasana ist also kein sportlicher, sondern, wie eigentlich immer, ein meditativer. Die Aufmerksamkeit richtet sich nach innen. Nicht der Körper steht im Vordergrund, sondern die Überschreitung des Körperlichen. Yoga übt die Anbindung nach innen. Der Körper wird als willkommenes und altbewährtes Werkzeug angesehen und soweit wie möglich gesund erhalten und gepflegt. Aber er bleibt dabei immer ein Mittel zum Zweck.

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Maya oder die Welt als Verschwörung

Michael Butter hat einen Lehrstuhl für Amerikanistik in Tübingen. Dabei beschäftigt er sich in seiner Forschung auch mit den vielen Verschwörungstheorien, die heutzutage im Umlauf sind. Als da wären: „Die Amerikaner waren nie auf dem Mond, alles nur im Studio produziert“. „Barack Obama ist Moslem und wurde nicht in den USA geboren“. Anfang der 2000er Jahre wurde in China behauptet, die Erderwärmung wäre eine Erfindung der Amerikaner, um China zu schaden. Donald Trump, der jetzige Präsident der Vereinigten Staaten, behauptete in seinem Wahlkampf, die Erderwärmung sei eine Erfindung der Chinesen, um Amerika zu schaden. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.Goldener Buddha 1051

Die Wissenschaftler beschäftigen sich mit der Frage, warum viele Menschen trotz gegenteiliger Faktenlage mit Verbissenheit an ihren Theorien festhalten. Soziologie und Psychologie bieten hier einige Erklärungen an. Vielleicht ist es aber auch so, dass von 100 wilden Gerüchten, die in der Welt kursieren, nur 99 falsch sind. Denn manchmal findet sich doch eine zutreffende Wahrheit  im Dickicht der Spekulationen.

Atomarer Scheinangriff: Das wilde Gerücht entpuppt sich als Wahrheit

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts kam das Gerücht auf, es hätte einen Fehlalarm bei der atomar bewaffneten Landesverteidigung der Sowjetunion gegeben. Nur der Besonnenheit eines russischen Offiziers sei es zu verdanken gewesen, dass ein atomarer Gegenschlag gegen den vermeintlichen Angriff seitens der USA nicht eingeleitet wurde. Ohne Zweifel hätte ein einmal eingeleiteter sowjetischer Gegenschlag die ganze Welt ins Verderben gestürzt.

Wir jungen Leute erzählten uns damals die Geschichte auch. Trotzdem siedelten wir das Ganze irgendwo zwischen Wildwest und Science Fiction an.

1999 stellte sich dann heraus, dass es diesen Vorfall wirklich gegeben hatte. Am 26. September 1983 hatten sowjetische Satelliten Sonnenreflexionen auf dem Territorium der USA als Raketenstarts interpretiert und einen Angriff durch Interkontinentalraketen der Amerikaner gemeldet. Stanislaw Jewgrafowitsch Petrow war damals Oberstleutnant der sowjetischen Luftverteidigungsstreitkräfte und diensthabender Offizier der Satellitenüberwachung. Seiner kühlen Einschätzung, dass der angebliche Angriff mit fünf Raketen der militärischen Logik eines atomaren Erstschlags widersprach, ist es wahrscheinlich zu verdanken, dass Petrow entgegen seiner Befehle handelte und der 3. Weltkrieg an diesem Tag ausblieb. Im Jahr 1999 entpuppte sich das wilde Gerücht als die zutreffende Wahrheit.

Nur der Atman ist wirklich

Aus Yogasicht dürfte ein anderer Aspekt aber noch eine größere Rolle spielen, wenn die Menschen hinter gesicherten Wahrheiten und der Realität Täuschung und Verschwörung vermuten. Im indischen Vedanta (Philosophie oder Lehre des Wissens) sind die Welt und das ganze Universum eine Illusion und entstehen aus dem Tanz der Göttin Maya. Demgegenüber gibt es nur ein Absolutes, den Atman (gleichzeitig identisch mit Brahman). Gemeint ist dabei das Unsterbliche im Menschen, das nicht an die vergängliche Welt gebunden ist.  Für naturwissenschaftliche Betrachter mag sich das kurios anhören. Aber vom Standpunkt des Vedanta ist alles in der Welt Illusion und Täuschung, auch die sogenannte Realität. Alles ist nur eine Augenblickswahrnehmung einer sehr vergänglichen Welt. Vielleicht ist es bei vielen Menschen ein Rest an Ahnung von Spiritualität, wenn sie den Tatsachen der Dinge und den geprüften Fakten nicht den letzten und höchsten absoluten Rang des Seins zugestehen.

Hans Peter Dürr schreibt in seinem Buch „Geist, Kosmos, Physik“: „Die bisherigen Naturgesetze sind im Grunde falsch und, welche Überraschung, wir müssen feststellen, es gibt die Materie im Grunde nicht mehr. Es gibt letzten Endes nur noch eine Art Schwingung. Es gibt, streng genommen, keine Elektronen, es gibt keinen Atomkern, sie sind eigentlich nur Schwingungsfiguren.“ Max Planck formulierte einmal: „Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wird.“(s. www.universal-prinzip.de)

Und trotzdem: Pramana und Vikalpa (Fakten und Einbildung)

Im Yoga wird trotzdem zwischen Pramana (prüfbarer Wahrnehmung), Viparyaya (verkehrter Wahrnehmung) und Vikalpa (Einbildung) unterschieden. Diese Unterschiede werden im Alltag immer eine Rolle spielen. Aber gleichzeitig schwingt im Yoga und in den genannten Yoga-Begriffen immer auch der Hinweis mit, dass die Welt der sinnlichen Wahrnehmung etwas Illusionäres anhaftet, dem die Menschen instinktiv ein gewisses Misstrauen entgegenbringen. Das sollte keinen Grund liefern, um irgendwelchen Phantasmen nachzujagen, sondern im Gegenteil dazu führen, nach tieferen Wahrheiten zu suchen.

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Sthiti jenseits von richtig und falsch – Rumi

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ – Dschalâl-ed-dîn Rumî, afghanisch-persischer Mystiker, zitiert aus: Gewaltfreie Kommunikation, Marshall Rosenberg

Eine Übung richtig zu machen ist vielleicht besser als eine Übung falsch zu machen. Aber es ist noch nicht Yoga. Denn es steht immer noch das Machen im Vordergrund und Yoga beginnt erst dann, wenn Sie aufhören, etwas „machen“ zu wollen. Sonst bleibt es bei aller Bemühung bei Gymnastik. Asana, das Einnehmen einer festen und angenehmen (Sitz-) Haltung, ist nicht Bewegung, sondern betont die Nicht-Bewegung. Also den Halt.

Die Bewegung dient der Nicht-Bewegung – sthiti

sthiti

Und die vielen Bewegungen und Verrenkungen dienen lediglich dazu, die Nicht-Bewegung zu verdeutlichen und zu markieren. Und all das, was den Yoga gegenüber anderen Formen der körperlichen Betätigung vielleicht übenswert macht, finden wir im Yoga nicht in der intelligenten und geschickten Ausführung einer Bewegung, sondern in der Betonung und der geschickten Herausarbeitung des Innehaltens. Aus Sicht von Selvarajan Yesudian macht diese Unterscheidung auch den Sinn des Wortes Hatha aus. Ha = Sonne – Tha = Mond, wobei Sonne und Mond die beiden Pole Spannung/Entspannung symbolisieren. Oder, um es mit den Worten der Yoga-Sutras zu sagen: Wir bewegen uns im Yoga zwischen den beiden Extremen von Übung (abhyasa) im Wechsel mit Loslösung (vairagya).

Unzulänglichkeit des richtigen Tuns

Um die Unzulänglichkeit des richtigen Tuns im Yoga zu veranschaulichen, verweise ich auch immer auf die Analogie von Meditation und Schlaf. Das Erreichen beider Bewusstseinszustände erfordert nicht so sehr aktives Tun, sondern eher, sich einem willentlich nicht steuerbaren Prozess zu überlassen. Oder anders ausgedrückt: Solange Sie etwas über Schlaf wissen und entsprechend handeln, schlafen Sie nicht. Und wenn Sie schlafen, handeln Sie im alltäglichen Sinn des Wortes nicht mehr und Ihr Wissen vom Schlaf hat keine Bedeutung mehr.

So ist das auch beim Yogaüben: Solange Sie noch handeln, sind Sie noch nicht in Āsana. Richtige und falsche Körperbewegung unterscheiden sich da nicht qualitativ voneinander. Ein Ebenenwechsel hat noch nicht stattgefunden. Der Zustand Āsana tritt ein, wenn Sie die Urverbundenheit aller Dinge, also auch die Urverbundenheit der Dinge mit Ihrem Körper, erleben. Die Sūtras nennen dieses Erlebnis „sthiti“. Sie erleben Ihren Körper fest und angenehm, vergleichbar vielleicht mit der unverrückbaren Präsenz eines Berges im Kosmos dieser Welt. Näher lässt sich dieses Erlebnis von sthiti wahrscheinlich nicht beschreiben.

Körperhaltung als Vorbereitung für Āsana

Trotzdem werden Sie beim Einschlafen auf eine angenehme Temperatur achten, eine passende Decke, ein ausreichend großes Bett, ein ruhiges Zimmer und eine günstige Lagerung. Ebenso ist beim Hineingehen in die Körperhaltungen einiges zu beachten. Aber ebenso wie wir vor lauter Müdigkeit auch schon mal vor dem Fernsehapparat oder beim Lesen einschlafen, kann Āsana ganz spontan sowohl aus einer richtigen als auch aus einer weniger geeigneten Körperhaltung entstehen. Verständlich wird diese Aussage aber nur, wenn wir Yoga als Hinführung in eine andere existenziell vorhandene Realität verstehen, die jenseits von richtig und falsch erfahrbar wird.

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Odysseus, Sebstian Kneipp und der Held in mir

Gesund bleiben und lang leben will jedermann, aber die wenigsten tun etwas dafür. Wenn die Menschen nur halb soviel Sorgfalt darauf verwenden würden, gesund zu bleiben und verständig zu leben, wie sie heute darauf verwenden, um krank zu werden, die Hälfte ihrer Krankheiten bliebe ihnen erspart.

Zitat von Sebastian Kneipp, 1821 – 1897

jnana mudra sAngenommen, wir hätten die besten Ärzte, würden unsere Ernährung sorgfältig zusammenstellen, hätten die besten Fitnessprogramme und würden uns auch diszipliniert daran halten, hätten ausreichend frische Luft, würden wenig Alkohol trinken, keine Drogen nehmen und nicht rauchen – dann könnten wir uns also die Hälfte unserer Krankheiten ersparen.

Und damit kommen wir zur sehr viel interessanteren Frage: Was ist mit der anderen Hälfte?

Spätestens an diesem Punkt kommt wieder der Yoga ins Spiel. Eines sei dabei einmal vorausgeschickt: Yoga arbeitet  am ersten Zugang  zur Lebenskraft. Yoga arbeitet an der Grundverankerung unserer Existenz, dem Ich-Sinn (asmita). Nicht in dem Sinn, dass wir den Ich-Sinn niederknüppeln sollten. Das tun nur fanatische Sekten und Radikalweltverschlechterer. Aus Yogasicht wäre ein solcher Versuch der Negation der weltzugewandten Seite unseres Wesens, dem Ich, ein Schlag ins Wasser mit eher negativen Folgen für unser persönliches Wohlbefinden. Es würde auch dem Umgang mit unseren Mitmenschen eher schaden.

Ich-Sinn (asmita) und Meditation

Es geht vielmehr darum, auch dem Ich-Sinn mal eine Pause und Erholung zu gönnen. Das nennt man dann Meditation. Tiefe, sehr tiefe Meditation. Sagen Sie nicht, das geht nicht. Sagen Sie nicht, das mache ich nicht. Sie praktizieren das sowieso jeden Tag. Wenn Sie sich dem Traumschlaf überlassen, ist der Ich-Sinn ausgedünnt, wandelbar,  und viel weniger zäh verhaftet mit bestimmten Vorstellungen, Wünschen und Abneigungen. Und im Tiefschlaf herrscht dann spätestens Ruhe. Was wäre unser Sein und unser Ich ohne solche Pausen der Erholung?

Meditation verankert die Pause vom Ich auch im Alltagsbewusstsein. Das ist das Mutigste, was ein Mensch überhaupt tun kann. Eine wahrhaft heldenhafte Leistung. Doch so wie der schlaueste der griechischen Helden, Odysseus, nicht von Troja nach Ithaka einfach zurücksegeln kann, so bedeutet auch Meditation das Überwinden vieler Hindernisse und Hemmnisse, die in uns sind. Odysseus muss zwischen Skylla und Charybdis hindurch, er muss den Zyklopen überwinden, er muss sich den Sirenengesängen aussetzen, nur mithilfe des Hermes kann er der Zauberin Kirke widerstehen und auch die schönen Jahre bei der Nymphe Kalypso muss er hinter sich lassen. Erst dadurch gelangt er ans Ziel. Nur so kann er sein Glück mit der Heimkehr nach Ithaka finden.

Weder Odysseus noch der Mensch ersparen sich die Irrfahrt

Und so wie Odysseus erst dadurch ein Held wird, dass er sich seinem Schicksal stellt, so wird der Mensch erst zum Menschen, wenn er die Mitte in sich selbst findet. Jńāna-Mudra, die bekannte Hand-und Fingerhaltung eines meditierenden Yogins, ist die körperlich geübte Erinnerung an die eigene Selbstfindung. Das Ich, symbolisch dargestellt durch den Zeigefinger, gibt sich seinem Ursprung, symbolisch dargestellt durch den Daumen, zurück. Und weil das eine wahrhaft heldenhafte Leistung ist, ist bei virāsana, der Heldenhaltung, die Geste Jnana-mudra immer mit dabei.

Und das heißt, um zu Sebastian Kneipp und der Ausgangsfrage zurückzukommen: die andere Hälfte der Schwierigkeiten des Lebens können wir uns genauso wenig ersparen wie Odysseus sich seiner Irrfahrt entziehen kann. Zyklop und Kirke warten auf uns. Was uns aber möglich Ist: Wir können gut vorbereitet sein.

 

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Meditation – Freiheit auch von der Erbse

Weisser Buddha

Weisser Buddha

„Jeder Versuch einer Beherrschung, die nicht freiwillig, nicht aus eigener Geisteskraft des Beherrschenden geschieht, ist nicht nur unheilvoll, sondern macht auch das schließliche Ergebnis zunichte. Das Ziel jeder Seele ist Befreiung und Herrschaft, – Befreiung von der Knechtschaft der Materie und des Gedankens, Herrschaft über die äußere und innere Natur.“
Swami Vivekananda, Raja-Yoga S. 87, Bauer-Verlag, 7. Auflage 1983

Menschen zu etwas zwingen zu wollen, sei die Absicht dahinter auch noch so edel, Menschen also zur eigenen Überzeugung oder Weltanschauung zu nötigen, bringt am Ende nur neues Unglück hervor. Yogins sind seit jeher der Überzeugung, dass in jedem Menschen genug Antrieb vorhanden ist, um immer wieder zu neuen Ufern aufzubrechen, bis alle Hindernisse und Trübungen beseitigt sind.

Sie kennen vielleicht alle das Märchen von der Prinzessin auf der Erbse. Sie, die Prinzessin, schläft schlecht, obwohl ihr ein königliches Lager bereitet wurde. Nur hatte die Königinmutter eine einzige Erbse unter ihre Matratze gelegt. Mit dem Ergebnis, dass der Schlaf nicht erholsam war. Natürlich könnte man das als überkandideltes Wesen einer verzogenen Prinzessin abtun. Die Aussage könnte aber auch anders ausgelegt werden. Dann wäre das Verhalten der Prinzessin ein Gleichnis für den Wunsch unserer Seele, mit nichts weniger als einem königlichen Zustand zufrieden zu sein.

Im Tiefschlaf bleibt nicht ein Gedanke übrig

Unsere Seele bzw. das menschliche Wesen ist so geartet, dass es nur mit wirklicher Freiheit und Beseitigung aller Trübungen zufrieden ist. Alles andere wäre eine Minderung unseres eigentlichen Wesens. Das jedenfalls ist die Auffassung der alten Yogins. Selbst eine Erbse gilt schon als entscheidende Minderung. Vergleichen Sie das Gesagte einmal mit der Auffassung vom Tiefschlaf. Wenn es wirklich Tiefschlaf ist, darf kein Gedanke des Tagesbewusstseins, also auch kein Gedanke von der Wichtigkeit einer einzigen Erbse, übrig bleiben. Sonst ist es nicht Tiefschlaf. Und wenn es nicht Tiefschlaf ist, ist der Schlaf nicht wirklich erholsam.

Dasselbe gilt auch im Zustand der Meditation: solange in unserem Bewusstsein noch ein Gedanke, noch eine Erbse übrig ist, erleben wir noch keine Freiheit des Geistes. Denn dann ist es noch nicht befreiende Meditation (Dhyāna). Und solange sind wir noch nicht zufrieden.

Kein Mensch stellt je sein Glücksstreben ein

Der Mensch sucht ständig weiter, solange er nicht Vairagya (Loslösung) erlebt. Deshalb ist es auch nicht nötig, Menschen zu ihrem Glück zu zwingen. Swami Vivekananda weiß sehr genau, dass jeder Mensch sein Glückstreben nicht einstellt, bevor er nicht wirkliche tiefe Ruhe in sich gefunden hat. Jemanden von außen zu zwingen, seine Gedanken und Wünsche aufzugeben, würde ihn nicht der inneren Freiheit näher bringen, sondern würde ihn im Gegenteil mit neuen Gedanken und Wünschen überladen. Das wäre dann im Ergebnis das Gegenteil von Yoga und Meditation.

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Affe, Banane und Vairagya

Bear Heart, ein indianischer Heiler, schildert in seinem Buch „Der Wind ist meine Mutter“ den Bericht eines südafrikanischen Medizinmannes vom Trick zum Einfangen eines Affen. Man müsse einfach eine Banane durch ein schmales Loch in einen ausgehöhlten Kürbis stecken. Ein vorbeikommender Affe würde die Banane riechen, die Banane im Innern des Kürbisses packen – und dann stecke er fest. Anders als der Mensch habe der Affe offenbar zu wenig Verstand, um die Banane loszulassen und dadurch frei zu kommen.Gebetsglöckchen

Vairagya

Als Menschen haben wir da zunächst gut lachen. Aber stellen Sie sich vor, wie wir uns selbst in manchen Situationen verhalten – beziehungsweise unser Geist. Setzen Sie sich einmal hin und sagen Sie sich, jetzt denke ich mal an nichts. Und wer sich selbst gegenüber nicht ganz ignorant ist, bemerkt sehr schnell, wie ein Gedanke den nächsten jagt, ohne dass wir das wirklich beabsichtigen. Unser Geist hangelt sich sozusagen von Banane zu Banane. Sie kennen vielleicht auch die Geschichte vom König, der sich in eine junge Frau verliebte. Er besorgte sich daraufhin einen Zaubertrank, der dafür sorgen sollte, dass die junge Frau sich ebenfalls in ihn verliebt. Beim gemeinsam zu arrangierenden Trunk durfte er, der König, nur nicht an Bären denken. Was meinen Sie, woran der König fast zwangsläufig beim Anblick seiner Geliebten dachte?

Wir sind damit bei einem ganz zentralen Thema des Yoga: Vairagya – Loslösung. Es gelingt den meisten Menschen im Alltag, den eigenen Geist einigermaßen auf die anstehenden Aufgaben und Tagesgeschäfte auszurichten. Wir verfügen über ein gewisses Maß an Konzentration. Von einer wirklichen Selbstbeherrschung sind wir allerdings meist noch weit entfernt. Vivekananda beschreibt im Buch Raja-Yoga jedoch Konzentration als das, worum es im Yoga eigentlich geht. Es geht um Konzentration, denn Konzentration bedeutet Steigerung bzw. Sammlung von Lebenskraft.

Konzentration – Sammlung von Lebenskraft

Damit dienen auch die Körperhaltungen, Atemübungen, Entspannungsformen und selbst Riten und Gebräuche anderer Disziplinen dem einen Ziel, nämlich der Konzentration und damit der Sammlung von Lebenskraft (Verwandlungskraft). Das ist jedenfalls die Meinung von Yogins wie Vivekananda. Und der Schlüssel zur Steigerung der Konzentrationsfähigkeit sei es, sich von zwanghafter Gedankenaktivität zu lösen, sich von den Gedanken zeitweise auch ganz zu befreien. Und das bedeutet nichts anderes als Vairagya und führt zu dem, was wir gemeinhin Meditation nennen.

Natürlicherweise erleben wir eine solche Loslösung beim Einschlafen. Und wer es schon einmal erlebt hat, vor Aufregung nicht einschlafen zu können, kann vielleicht die Schwierigkeiten des Affen, eine einmal ergriffene Banane loszulassen, erahnen. Aber der Mensch kann lernen. Eine Möglichkeit bildet Yoga. Natürlich können wir uns auch mit Sport, Hobbys, Gymnastik oder Musik entspannen und unsere Aufmerksamkeit lenken. Im Yoga aber steckt eine Eigendynamik, die sich aus sich selbst heraus verstärken kann. Es handelt sich um eine Art Sog in das Zentrum der Atembewegung, der aber nur durch viel Übung zu erleben ist.

Diese Eigendynamik ist es allerdings, die den Yoga von den meisten natürlichen Formen der Konzentration unseres Alltagslebens unterscheidet und wodurch sich Yoga als übenswerte Alternative anbietet.

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Ahimsa – Angelus Silesius

Mach das nächste Mal, wenn du den Raum betrittst, die Türe leiser zu.

Angelus Silesius 1624-1677

Maleraussicht St. Bartholomä

 

 

 

(Überliefert als Antwort auf die an ihn gestellte Frage, was man denn angesichts all der Gewalt in der Welt – Angelus Silesius lebte zur Zeit des 30-jährigen Krieges – zur Befriedung der Welt machen könne)


Asana – Welt der Einzelteile -Welt der Ganzheit

Als naturwissenschaftlich orientierte Menschen haben wir innerlich , wenn wir von der Welt sprechen, immer eine Welt der Einzelteile vor unseren Augen. Wir denken uns die Welt in Atomen. Im Alltagsgeschehen können wir oder müssen wir uns vielleicht sogar so verhalten, als wäre die Welt ein großer Baukasten – und wir Menschen sind diejenigen, die zunehmend damit beginnen, alles gemäß unseren Vorstellungen neu zu sortieren: Die Häuser, die Straßen, die Städte, die Landschaft. Und irgendwann auch den menschlichen Körper. Denn auch der besteht ja letztlich, denken wir, aus Einzelteilen, zusammengefügt gemäß der DNA, also unseren Erbanlagen, die den Bauplan bildet. Asana Einheit L

Yoga räumt mit dieser Vorstellung auf – jedenfalls wenn wir uns in die Übung begeben. Asana – die Körperhaltung – unterbricht uns in diesem Denken. Schaut man von außen zu, sieht Asana aus wie Gymnastik. In Wahrheit, so schreibt Deshpande in „Wurzeln des Yoga“ Otto Wilhelm Barth Verlag, in seinem Kommentar zu Sutra, II/46, ist Asana eine Geisteshaltung, in der das Kosmische Erlebnis der Ruhe eins wird mit der Stetigkeit des eigenen Körpers. Im Klartext: die Welt und mein Körper werden eins. Anders formuliert: Wir erleben die kosmische Grundschwingung „Körperlichkeit“, die meinem Körper und allen physisch real existierenden Körpern des Universums gemeinsam ist.

Dabei müssen wir dafür nichts machen, wir können es auch gar nicht machen. Aber wir können die oben genannte Grundschwingung in uns entdecken. Es ist daher vielleicht mehr ein existenzielles Erlebnis als eine Geisteshaltung. Mit „Geisteshaltung“ würden wir allzu schnell wieder einen willentlichen Vorgang des Bewusstseins assoziieren. Aber das ist Asana nicht. Vielmehr ist es eben ein unmittelbares Erfahren einer existenziellen Wirklichkeit einer gemäß den Yogasutras alles umspannenden Einheit.

Gehen wir aus von parvatasana, der Berghaltung. Aus dem Lotussitz heraus strecken wir die Arme nach oben und imaginieren uns als Berg. Das ist die aktive Seite der Übung. Die eigentliche Übung aber beginnt, wenn wir in uns das Berghafte entdecken. Hätten wir nichts Berghaftes in uns, wüssten wir nicht was ein Berg ist, könnten wir ihn nicht sehen. Da wir ihn aber sehen, ist auch „Berghaftes“ in uns. Wenn wir in der Übung dann nur noch Berg sind, ist es parvatasana. Die eigentliche Übung ist damit jenseits aller körperlichen Aktivität.

Asana als Prinzip ist in diesem Sinne betrachtet noch mehr: Wir erleben nicht nur einen Teil der Welt (z.B. den Berg), wir erleben uns als die ruhende Grundschwingung des Kosmos. Welt und mein Körper sind eins. Es gibt keine Einzelteile – es gibt nur eine Ganzheit. Und daraus folgt dann der nächste Schritt: Pranayama.

Werfen wir einen Blick auf andere Erlebnisräume der Ganzheit Traumschlaf und Tiefschlaf. Im Traumschlaf mag es auch noch einzelne Bilder geben – aber alles ist im Fluss, und die Dinge gehen ineinander über. Und der Tiefschlaf kennt überhaupt keine Trennung mehr.

Der Einwand, das habe alles nichts mit den Realitäten zu tun, gilt. Aber er gilt nur für die Welt, an die wir uns im Alltag gewöhnt haben. Und selbst wenn es die einzig mögliche Welt wäre, was aus Sicht der Yogins nicht zwingend gegeben ist. Selbst dann ist die Erhaltung der Lebenskraft ohne Traumschlaf und Tiefschlaf nicht denkbar. Selbst wenn wir beide Zustände jenseits der realen Welt ansiedeln, ist ihre Wirkung im Sinne der Erhaltung körperlicher und geistiger Lebenskraft real. Und mit Yoga und Meditation erweitern wir die Möglichkeiten der ganzheitlichen Erlebnisräume und Welten.

Wichtig ist: wir sollten unterscheiden, in welche Richtung wir unterwegs sind. Sind wir nach außen unterwegs, scheinen zunächst allein die Gesetze der Welt der Einzelteile zu gelten. Nach innen aber gelten die Gesetze der alles umspannenden Einheit – durchaus mit realen Auswirkungen in die Alltagswelt hinein.

Glaubt man modernen Physikern, ist alle Materie ursprünglich aus einem Urknall hervorgegangen. Folgt man den Yogasutras, ist das Universum auch jetzt immer noch ein Ganzes, einmalig und unabhängig, und sicher nicht die Summe seiner Teile. Die Teile spiegeln das Ganze wieder, so Deshpande, aber es ist absurd zu glauben, deswegen die Realität als eine Summe von Teilen zu betrachten.

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