Power-Yoga oder Prana?

Der Unterschied: Wirkungen in Sport und Gymnastik auf Muskeln, Sehnen, Bänder, inneren Organe und auch auf den Geist erklären sich durch das, was sie tun. Wirkungen im Yoga erklären sich durch das, was sie nicht tun. Durch Ihr „NICHT-TUN“, durch die „PAUSE“ im Wechselspiel mit den Bewegungen, erschließt sich uns ein neuer Weg nach innen. Sie dürfen darin den Einstieg in ein meditatives Geschehen erkennen. Erst diese geänderte Herangehensweise an die Asanas, die Körperhaltungen, und an die Pranayamas, die yogischen Atemübungen, bringt uns in eine Yogaspur. Allzu gern halten wir aber manchmal am „Machen der Übungen“ fest und gehen damit am eigentlichet Yoga vorbei. Es ist das Wechselspiel von „machen“ und „loslassen“, von Spannung und Entspannung, von „Tun“ und „Nicht-Tun“, die uns in den Yoga führt. Im Übungsstil Yesudian findet dieses Wechselspiel daher ausreichend Berücksichtigung.

Blick in den Übungsraum

Prana im Yoga

Zum Yoga gehört traditionell nicht das Wort Power, sondern das Wort Prana, wenn wir von Energie bzw. Kraft sprechen. Prana ist der allumfassende Begriff für Lebensenergie. Es gibt fünf Unterformen dieser Lebensenergie: Apana, Vyana, Samana, Prana (als direkter Lebensatem) und Udana, entsprechend den fünf Elementen (in den Cakras/Chakras) Erde, Wasser, Feuer, Luft und Äther. Prana meint aber nicht nur körperliche Energie. Prana schließt die geistigen Kräfte mit ein, die sich als Instinkt, Verstand und darüber hinausgehende Formen der Wahrnehmung manifestieren. Die Beschränkung auf einseitige körperliche Energiesteigerung ist aus Yogasicht kein Yoga und unterliegt sowieso sehr engen Grenzen. Gegen sportliche Fitness ist gar nichts einzuwenden. Es widerspricht dem Yoga nicht, intensiv Sport zu betreiben. Aber man sollte das eine mit dem anderen nicht verwechseln. Yoga arbeitet an den Grundlagen. Yoga arbeitet  unter allen Umständen in die Tiefe unseres Wesens. Und das gerade auch dann, wenn die Körperkräfte schon daniederliegen. Die Beherrschung der Lebenskräfte und den Umgang mit ihnen nennen wir im Yoga Pranayama. Und diese Beherrschung, und damit der Versuch, die Lebenskräfte zu beleben, erfordert im Yoga klassische Yoga-Mittel.

 

Siehe dazu auch Astanga/Dharana.

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